MILA EL KRAL Story


Ich möchte hier nicht über etwas schreiben, was in vielen Büchern nachzulesen ist. Vielmehr möchte ich euch etwas über meine eigenen therapeutischen Erfahrungen mit dem Orientalischen Tanz erzählen.
Die Anmut dieses Tanzes hat mich zum ersten Mal fasziniert, als ich mit zwölf Jahren einen orientalischen Film gesehen habe. Die nächste Begegnung war 1973 bei einem Türkeiurlaub. All das geriet wieder in Vergessenheit, da es nirgends die Möglichkeit gab, diesen Tanz zu erlernen.
Erst als ich 1986 eine Anzeige des Zentrum für Orientalischen Tanz München gelesen habe, dachte ich: Nichts wie hin! Ich war glücklich und begeistert, endlich für mich das Richtige gefunden zu haben. Dann aber geschah der gravierendste Schicksalsschlag meines Lebens. Am 3. März 1987 fuhr ich nach einer Eifersuchtsszene mit meinem Auto los. Aufgeregt und gedankenlos übersah ich, dass die Straße plötzlich vereist war. Mein Wagen schleuderte an einen Baum, und wer die Unfallfotos sieht, wundert sich, dass ich überhaupt noch lebe.
Es folgten drei Monate Rollstuhl, mehrere Operationen, sieben Monate diverse Krankenhausaufenthalte, ein Jahr auf Krücken und alle Ärzte waren sich einig: "den Bauchtanz können Sie vergessen".
Eine Welt brach für mich zusammen und mein einziger Gedanke war Selbstmord. Als ich dann wieder etwas klarer denken konnte und tageweise nach Hause durfte, konnte ich meine Zeit im Bett wenigstens mit Videosehen "verschönern". Damals besaß ich einen TV-Bauchtanzbericht über Dietlinde Bedauia Karkutli. Diese Kassette spielte ich immer und immer wieder, bis ich eines Tages beschloss "so wirst du einmal tanzen!!" Von diesem Moment an ging es bergauf. Ich begann im Bett liegend mit Übungen um meine Muskeln wieder aufzubauen und versuchte langsam wieder einige Bauchtanzbewegungen. Zunehmend ging es mir auch psychisch besser und meine Gedanken kreisten nur noch ums Tanzen. Als ich schließlich an einem Stock humpeln konnte (gehen konnte man das noch nicht nennen), war ich wieder jeden Tag im Bauchtanzkurs. Ich ging mit Schmerzen hin und ohne zurück. Meine beiden Lehrerinnen Monika und Ludmilla hatten immer große Sorge um mich, als ich meinen Stock in die Ecke stellte und mittanzte. Dank ihres liebevollen Unterrichts ging es mir von Tag zu Tag besser und ich kam allmählich wieder auf die Beine. Die Ärzte konnten diesen Fortschritt gar nicht fassen. Für mich war klar: diese körperliche und psychische Hölle habe ich nur mit Hilfe des Orientalischen Tanzes überlebt!
Nach dieser Erfahrung habe ich mich entschieden, den Orientalischen Tanz zu unterrichten, um alle Frauen an der wunderbaren Kraft dieses Tanzes teilhaben zu lassen.
An dieser Stelle möchte ich mich bei meinen beiden Lehrerinnen Monika und Ludmila vom 

www.tanz-zentrum.de  für ihre Geduld und die erstklassige Ausbildung bedanken, durch die ich heute eine erfolgreiche Tänzerin und Lehrerin geworden bin.
Meiner Meinung nach prägt die erste Lehrerin die Laufbahn einer Tänzerin. Ohne dieses solide Fundament hätten mir die zahlreichen Workshops, die ich später bei namhaften Dozenten absolviert habe, nicht viel geholfen. Ich hatte eben Glück und wünsche jeder Tänzerin das Gleiche.